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Was ist sekte?

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Nehmen alle Sekten Gehirnwäschen vor?

Wenn von Sekten die Rede ist, dann geht man meist sofort von den großen und bekannten Sekten der Welt aus – in unserer heutigen Zeit sind das sicherlich Scientology und Boro Haram, in der Vergangenheit muss man auf alle Fälle die Freimaurer nennen – die es ja vielleicht immer noch gibt. Während sich viele Sagen um Sekten ranken, darüber wie sie agieren und wofür sie stehen, so scheinen sich viele Menschen in Bezug auf ihre Ansetze und Werte überwiegend im Klaren zu sein: Sekten nehmen Gehirnwäschen an Menschen vor, um sie gefügig zu machen und ihnen ihren Willen aufzuzwängen. Dabei wird meist nicht weiter hinterfragt, was Gehirnwäschen eigentlich sind und wie sie in unserer heutigen, modernen Welt überhaupt noch möglich sind. Sich daher die Frage zu stellen, ob alle Sekten Gehirnwäschen im Angebot haben ist ein wenig zu oberflächig gedacht, denn was ist das überhaupt?

Fakt ist, von Gehirnwäschen ist immer dann die Rede, wenn Menschen etwa entgegen ihrem Naturell machen. Wenn sie beispielsweise nackt durch die Gegend laufen oder sich in Kirchen formieren um eine neue Weltordnung zu planen und durchzuführen, dann geht an schnell davon aus, dass diese Menschen nicht nach dem eigenen Willen denken, sondern von anderen Menschen dahingehend manipuliert worden sind. Wir gehen immer davon aus, dass der Mensch die Nähe von anderen Menschen sucht. Wenn sich als Sektenmitglieder als Freunde präsentieren, die sich um Personen kümmern, die leicht beeinflussbar sind, dann ist hier schon von Gehirnwäsche die Rede. Zudem sucht der Mensch immer den geringsten Widerstand im Leben, dies ist eine bekannte Tugend von uns. Extreme Dinge entgegen diesem Naturell zu tun kann daher schon als Extremismus angesehen werden und zeugt oft davon, dass labile Menschen Opfer von Gehirnwäschen geworden sind. Wenn wir also annehmen, dass Sekten nach einem gewissen Muster handeln – autoritärer Herrschaft, Aufnahme von labilen Menschen, Ächtung Andersdenkender – dann kann man durchaus argumentieren, dass Sekten grundsätzlich Gehirnwäschen durchführen. Allerdings sollte hier auch beachtet werden, was alles eine Gehirnwäsche ist. Denn auch im Marketing Bereich versuchen Menschen, andere Menschen von Produkten und Dienstleistungen zu überzeugen. Zwar mag es bei Sekten um extremere Arten gehen, aber der Grundgedanke bleibt durchaus bestehen.

Auch juristisch gesehen kann man die Meinung vertreten, dass Mitglieder von Sekten Gehirnwäschen durchführen. Da eine Sekte oftmals am Rande der Legalität – wenn überhaupt – agiert und so Probleme hat, offiziell und einfach neue Mitglieder zu werden, so bleibt oft nur die Methode der Gehirnwäsche, um potenzielle neue Menschen von ihrer Sekte und ihrem Glauben zu überzeugen. Allerdings hat der Mensch auch immer eine eigene Grundhaltung, die er vertreten kann und sollte. Manipuliert zu werden ist meist ein Akt zwischen zwei Menschen, der aktiven Person und dem „Opfer“. Häufig werden sich die Menschen herausgesucht, die leichter beeinflussbar sind. Und somit sollten wir zu dem Punkt kommen zu sagen, dass: ja, alle Sekten manipulieren und führen Gehirnwäschen durch.

Sollten kleine religiöse Gemeinschaften als Sekte betrachtet werden?

Man hört immer wieder mal wieder davon; in den Nachrichten, in den Zeitungen und natürlich eine Menge im Internet – Sekten. Viele der großen bekannten Sekten sind durchaus angsteinflößend – unter anderem die weit vertretende Scientology mit ihren berühmten Mitgliedern oder die furchtbare Boro Haham, die besonders in Nigeria für Angst und Schrecken sorgt – aber es gibt auch eine Menge an kleiner, scheinbar unbekannter Sekten, die einiges anrichten können. Die Frage darüber, was eine Sekte ausmacht und wie man Sekten erkennen kann wird sicherlich woanders beantwortet, aber wir stellen uns hier die Frage, ob man im Allgemeinen auch kleine religiöse Gemeinschaften als Sekte bezeichnen sollte. Um dies zu tun müssen wir uns zunächst einen schnellen Überblick darüber verschaffen, was Sekten eigentlich ausmachen.

 

Sekten formieren sich meist darüber, dass sie einer einzelnen Person – manchmal einer Gruppe an Menschen – uneingeschränkte Autorität und Macht geben, um alles zu tun, wonach ihnen der Sinn steht. Die Mitglieder unterwerfen sich häufig willkürlich und verzichten zum Wohle ihrer Gemeinschaft auf eine eigene Meinung, sondern folgen blind den Vorgaben der Anführer. Personen außerhalb ihrer Sekte – oder Glaubensgemeinde – werden gerne als Feindbilder betrachtet und mit Argwohn angesehen. Dies sind im Großen und Ganzen die Eckpfeiler von Sekten. Kleine religiöse Gemeinschaften als Sekten anzusehen hat durchaus Hand und Fuß, es muss allerdings definitiv reflektierter betrachtet werden. Zunächst einmal muss herausgefunden werden, ob die Gemeinschaft überhaupt für weltfremde und weltfeindliche Werte steht oder einfach nur ihre eigene Sicht der Dinge ausleben will. Jene, die im Einklang mit der Natur zurückgezogen auf Bauernhöfen leben will, weil sie dies so aus ihren religiösen Vorgaben kennen, haben meist keinerlei Auftrag, ihr Wort zu predigen. Daher stellen sie im Idealfall auch keine Bedrohung dar. Religiöse Überzeugungen arten nicht immer dahin aus, dass ihre Werte mit denen anderer Gruppen und Religionen konfrontieren, es ist aber dennoch möglich, dass sie im Inneren etwas auskochen. Das Problem mit sektenartigen Gemeinschaften ist, dass es für Außenstehende sehr schwer ist herauszufinden, was Sache ist. Viele Gemeinden verschreiben sich dem Wort Gottes und predigen seine Liebe, verbreiten damit aber gleichzeitig ihre Propaganda bezüglich ihrer eigenen Wertesysteme. Zweifel an religiösen Gruppen zu haben ist zunächst mal absolut berechtigt. Herauszufinden, wie eine Gruppe auf Kritik reagiert zeigt oft schon, mit welchem Kaliber man es zu tun hat. Auch eine ungezwungene Offenherzigkeit kann etwas gutes sein, aber wenn diese dafür missbraucht wird, um neue Mitglieder anzulocken, dann sollte dies mit Sorge betrachtet werden. Ganz allgemein gesagt sollten kleine religiöse Gemeinschaften erst dann als Sekte bezeichnet werden, wenn sie anfangen, Mitglieder für etwaige Projekte zu rekrutieren, denn schon anhand dieser Worte kann man erkennen, dass die Intentionen vielleicht nicht so human sind wie ursprünglich angenommen. Unter Generalverdacht aber darf keine Gruppe gestellt werden.

Wie man sektenartige Gruppen erkennen kann

Sekten – da denkt man an die sagenumworbenen Freimaurer, aber auch an Scientology und Tom Cruise als eine ihrer bekanntesten Mitglieder. Vieles scheint über diese Sekte bekannt zu sein, mehr Dinge allerdings sind wahrscheinlich für Außenstehende komplett unbekannt. Genau dies macht den Reiz von Sekten aus; das Unbekannten und Verworrene. Allerdings können Sekten auch gefährlich sein, denn immerhin gibt es gute Gründe dafür, dass sie sich oft im Verborgenen aufhalten und nicht jeden in ihrer Mitte akzeptieren. Doch wie erkennt man eigentlich Sekten. Wir haben für Sie einige Stichpunkte herausgesucht, anhand derer Sie ein wenig leichter erkennen können, ob eine bestimmte Gruppe vielleicht eine Sekte ist. Am Ende des Tages sollten Sie aber immer auf Ihr Bauchgefühl achten.

Unter sich – viele Sekten agieren so geheim, dass sie rein gar keinen Kontakt in die Außenwelt haben. Mitgliedern wird dabei auch oft untersagt, sich mit Menschen abzugeben, die nicht selber in der Sekte sind, damit Geheimnisse und andere Dinge nicht an die Öffentlichkeit geraten. Daher ist es bei vielen Sekten auch nicht möglich – oder gar verboten – diese zu verlassen. Die Strafenkataloge was ein solches Vergehen betrifft sind lang und können mitunter sehr drakonisch sein. Fehlverhalten von Mitgliedern wird vielerorts nicht toleriert und soziale Ausgrenzungen können der Fall sein.

Führerverehrung – die meisten Sekten scheren sich um eine Führungsperson, meist der/die Gründer/in der Sekte. Diese Verehrung wird auch oft verwendet, um die einfachen Mitglieder einzuschwören und damit gefügig zu machen. Dabei kommt dem Anführer oft ein Heldenstatus angedichtet; der wahre Messias, der einzige Mensch der die Weisheit mit Löffeln gefüttert hat. Sekten agieren wie religiöse Clans mit einer klar definierten Hierarchie.

Keine eigene Meinung – die geht einher mit den bereits angesprochenen Dingen. Mitglieder von Sekten wird das selbstständige Denken ausgetrieben und mit genormtem, gesellschaftlichem Gedankengut aufgefüllt. Nur der Anführer spricht die Wahrheit, alle anderen Aspekte der Welt werden ausgegrenzt. Oftmals wird sich auch auf die Bibel und andere religiöse Texte bezogen und – wenn es vonnöten ist – neu oder frei interpretiert.

Fern der Gesellschaft – nicht nur der Glaube ist weit weg von dem der „normalen“ Gesellschaft, auch physisch wenden sich Sekten gerne vom urbanen Leben ab und formen sich in sozialen Gruppen abseits des pulsierenden Stadtlebens. Auf Farmen lässt sich ein Kult leichter predigen, außerdem sind die Mitglieder dort einander auch näher. Da die Autoritäten des wirklichen Lebens – wie Polizei, das Gericht und andere Normen unserer Gesellschaft – von den Führern und den Jüngern meist nicht anerkannt werden, formen sie in diesen abgeschiedenen Orten eigene Kulturen.

 

Dies sind die eher bekannten Merkmale von Sekten. Allerdings formieren sich diese auch immer wieder, sodass gängige Praktiken mit neuen, modernen Methoden ersetzt werden. Dies hat zur Folge, dass man beim Erkennen von Sekten mehr und mehr auf das eigene Bauchgefühl achten und sich im Notfall Hilfe von anderen suchen sollte.