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Was ist sekte?

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Sollten kleine religiöse Gemeinschaften als Sekte betrachtet werden?

Man hört immer wieder mal wieder davon; in den Nachrichten, in den Zeitungen und natürlich eine Menge im Internet – Sekten. Viele der großen bekannten Sekten sind durchaus angsteinflößend – unter anderem die weit vertretende Scientology mit ihren berühmten Mitgliedern oder die furchtbare Boro Haham, die besonders in Nigeria für Angst und Schrecken sorgt – aber es gibt auch eine Menge an kleiner, scheinbar unbekannter Sekten, die einiges anrichten können. Die Frage darüber, was eine Sekte ausmacht und wie man Sekten erkennen kann wird sicherlich woanders beantwortet, aber wir stellen uns hier die Frage, ob man im Allgemeinen auch kleine religiöse Gemeinschaften als Sekte bezeichnen sollte. Um dies zu tun müssen wir uns zunächst einen schnellen Überblick darüber verschaffen, was Sekten eigentlich ausmachen.

 

Sekten formieren sich meist darüber, dass sie einer einzelnen Person – manchmal einer Gruppe an Menschen – uneingeschränkte Autorität und Macht geben, um alles zu tun, wonach ihnen der Sinn steht. Die Mitglieder unterwerfen sich häufig willkürlich und verzichten zum Wohle ihrer Gemeinschaft auf eine eigene Meinung, sondern folgen blind den Vorgaben der Anführer. Personen außerhalb ihrer Sekte – oder Glaubensgemeinde – werden gerne als Feindbilder betrachtet und mit Argwohn angesehen. Dies sind im Großen und Ganzen die Eckpfeiler von Sekten. Kleine religiöse Gemeinschaften als Sekten anzusehen hat durchaus Hand und Fuß, es muss allerdings definitiv reflektierter betrachtet werden. Zunächst einmal muss herausgefunden werden, ob die Gemeinschaft überhaupt für weltfremde und weltfeindliche Werte steht oder einfach nur ihre eigene Sicht der Dinge ausleben will. Jene, die im Einklang mit der Natur zurückgezogen auf Bauernhöfen leben will, weil sie dies so aus ihren religiösen Vorgaben kennen, haben meist keinerlei Auftrag, ihr Wort zu predigen. Daher stellen sie im Idealfall auch keine Bedrohung dar. Religiöse Überzeugungen arten nicht immer dahin aus, dass ihre Werte mit denen anderer Gruppen und Religionen konfrontieren, es ist aber dennoch möglich, dass sie im Inneren etwas auskochen. Das Problem mit sektenartigen Gemeinschaften ist, dass es für Außenstehende sehr schwer ist herauszufinden, was Sache ist. Viele Gemeinden verschreiben sich dem Wort Gottes und predigen seine Liebe, verbreiten damit aber gleichzeitig ihre Propaganda bezüglich ihrer eigenen Wertesysteme. Zweifel an religiösen Gruppen zu haben ist zunächst mal absolut berechtigt. Herauszufinden, wie eine Gruppe auf Kritik reagiert zeigt oft schon, mit welchem Kaliber man es zu tun hat. Auch eine ungezwungene Offenherzigkeit kann etwas gutes sein, aber wenn diese dafür missbraucht wird, um neue Mitglieder anzulocken, dann sollte dies mit Sorge betrachtet werden. Ganz allgemein gesagt sollten kleine religiöse Gemeinschaften erst dann als Sekte bezeichnet werden, wenn sie anfangen, Mitglieder für etwaige Projekte zu rekrutieren, denn schon anhand dieser Worte kann man erkennen, dass die Intentionen vielleicht nicht so human sind wie ursprünglich angenommen. Unter Generalverdacht aber darf keine Gruppe gestellt werden.